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Napoleon Hill – 16 Erfolgsgesetze – 9 unverlangte Extraleistungen

Napoleon Hill - 16 Erfolgsgesetze

Elite-Business-Club - vom Kleinunternehmen zum MarktführerNapoleon Hill – Erfolgsgesetze

Lektion 9

– Unverlangte Extraleistungen –


Es gibt zehn Schwächen,
gegen die wir uns zu schützen haben:

Eine davon ist die Gewohnheit,
zu ernten, bevor wir gesät haben.

Die anderen neun verbergen sich hinter der Unsitte,
Ausreden zu erfinden, um unsere Fehler zu vertuschen.


 

Auf den ersten Blick mag es wie eine Abschweifung vom Thema dieses Kurses erscheinen, wenn wir diese Lektion mit einer Behandlung der Liebe beginnen, aber wenn Sie Ihr Urteil vorerst aufschieben wollen, bis Sie diese Einheit durchgearbeitet haben, werden Sie bereitwillig zustimmen, dass ein Überspringen des Themas Liebe den Wert dieser Kurseinheit schmälern würde.

Das Wort „Liebe“ wird hier in einer allesumfassenden Bedeutung gebraucht. Es gibt viele Dinge, Motive und Menschen, die die Liebe auslösen.

Es gibt Arbeiten, die wir nicht mögen, eine andere gefällt uns mehr oder weniger und wieder eine andere lieben wir!

Große Künstler zum Beispiel lieben ihr Arbeit meist. Der Tagelöhner liebt seine Arbeit nicht nur nicht, er hasst sie vielmals sogar.

Eine Arbeit, die wir nur als Broterwerb betrachten, tun wir nur selten gerne. Sie wird oft ungern getan oder gar gehasst.

Wenn der Mensch mit einer Arbeit beschäftigt ist, die er gerne tut, kann er unglaublich viele Stunden damit verbringen, ohne zu ermüden. Eine ungeliebte oder verhasste Arbeit führt jedoch rasch zur Ermüdung.

Die Ausdauer des Menschen hängt deshalb in einem hohen Maße davon ab, ob der seine Arbeit gerne oder ungerne verrichtet oder ob er sie sogar liebt.

Wir legen hier den Grundstein für eines der wichtigsten Gesetze der Philosophie, nämlich:

Der Mensch ist dann am leistungsfähigsten und seine Arbeit geht ihm dann zügig und leicht von der Hand,
wenn er sie liebt oder wenn er eine Arbeit für einen geliebten Menschen erledigt.

Sobald das Element der Liebe in eine Aufgabe mit einfließt, wird die Arbeit sogleich besser und der Mensch ist im Stande, mehr zu leisten, ohne dabei im gleichen Maße zu ermüden.

Vor einigen Jahren organisierte eine Gruppe von Genossenschaftlern eine Kolonie in Louisiana; sie erwarben einige hundert Morgen Farmland und nahmen die Arbeit an einem Ideal auf, das ihnen ihrer Meinung nach mehr Lebensglück und weniger Sorgen bescheren sollte, indem sie jedem Sozius die Arbeit zuwiesen, die dieser am liebsten tat.

Die Idee war, dass niemand einen Lohn erhalten sollte. Jeder Partner sollte die Arbeit verrichten, die ihm am meisten zusagte oder für die er die besten Voraussetzungen mitbrächte und die Produkte ihrer gemeinsamen Bemühungen sollten Gemeinschaftseigentum sein. Sie hatten ihren eigenen Molkereibetrieb, ihre eigene Ziegelei, ihre eigenen Rinder, ihre Geflügel und so weiter. Sie hatten ihre eigenen Schulen und auch eine Druckerei, in der sie ein Gemeinschaftsblatt druckten.

Ein Schwede aus Minnesota schloss sich der Kolonie an und wurde auf seinen eigenen Wunsch in der Druckerei beschäftigt. Sehr bald fing er an, sich darüber zu beklagen, dass ihm die Arbeit nicht behage.

Also versetzte man ihn als Traktorfahrer auf die Farm. Dort hielt er es zwei Tage aus. Er bat erneut um eine Versetzung und gelangte so in die Molkerei. Mit Kühen konnte er nicht umgehen und so kam er in die Wäscherei, wo er es einen einzigen Tag aushielt. Nach und nach probierte er alles aus, was sich an Arbeitsmöglichkeiten bot, aber es gefiel ihm nirgends. Es sah so aus, als wäre die Genossenschaftsidee nichts für ihn und er erwog bereits den Ausstieg. Dann fiel jemanden ein Posten ein, den der Schwede bisher noch nicht probiert hattedie Ziegelei. Also gab man ihm eine Schubkarre und er beförderte Ziegel von den Brennöfen zum Lagerplatz, um sie dort aufzuschichten. Eine Woche verging und der Mann beklagte sich nicht. Er wurde gefragt, ob es ihm in der Ziegelei gefalle:„Das ist genau das Richtige für mich“ , erwiderte er.

Man stelle sich das vor. Ziegel herumzukarren war genau das Richtige für ihn! Diese Art von Arbeit entsprach dem Wesen dieses Mannes. Er konnte für sich sein, brauchte nicht zu denken und hatte keine Verantwortung zu tragen. Das war sein „Ding“.

Er blieb solange auf diesem Posten, bis alle Ziegel sauber aufgeschichtet waren, dann zog er sich wieder von der Kolonie zurück, weil die Ziegelei dann keine Arbeit mehr für ihn hatte.

Wenn ein Mann eine Arbeit verrichtet, die ihm auf den Leib geschnitten ist, macht es ihm nichts aus, besser zu arbeiten und mehr zu tun als nur das, wofür er bezahlt wird. Das ist genau der Grund, warum es sich jedermann schuldig ist, die Art von Arbeit zu finden, die zu ihm passt. Ich selbst habe mich nach dieser Devise gerichtet und es nie bereut. Deshalb kann ich sie auch den Teilnehmern dieses Kurses wärmstens empfehlen.

Dies scheint der richtige Augenblick zu sein, um eine kleine persönliche Geschichte einzuflechten, die sowohl den Verfasser als auch die Philosophie der Erfolgsgesetze betrifft. Diese Geschichte soll Ihnen aufzeigen, dass eine gerne verrichtete Arbeit nie vergebens ist.

Diese gesamte Lektion befasst sich mit dem Nachweis, dass es sich überaus lohnt, mehr und bessere Leistungen zu erbringen als nur die, wofür man bezahlt wird. Wie leer und sinnlos wäre dieses Unterfangen jedoch, wenn der Verfasser diese Regel nicht selbst lange genug befolgt hätte, um mit Fug und Recht ihre Richtigkeit bestätigen zu können. Über ein Vierteljahrhundert lang habe ich mich gerne der Arbeit gewidmet, welche zu dieser Lebensphilosophie geführt hat und ich bin völlig aufrichtig, wenn ich wiederhole, was ich bereits an anderer Stelle gesagt habe, nämlich, dass ich bereits durch die Freude, die mir diese Arbeit beschert hat, für meinen Einsatz und meinen Aufwand großzügig entlohnt wurde, selbst wenn ich keine materielle Vergütung erhalten hätte.

Meine Arbeit an dieser Philosophie machte vor vielen Jahren die Entscheidung zwischen einer kurzfristigen finanziellen Vergütung, die ich erhalten hätte, wenn ich mich rein kommerziell orientiert hätte, und einer jahrelang aufgeschobenen Entlohnung, die einerseits aus der üblichen finanziellen Bezahlung und andererseits aus anderen Formen, die sich nur als Wissensvorsprung mit der entsprechenden Befähigung, die Welt tiefer zu genießen, messen lassen, erforderlich.

Der Mensch, der sich für die Arbeit entscheidet, die er liebt, kommt nicht immer in den Genuss, dass seine engsten Freunde und Verwandten dies auch befürworten und unterstützen.

Mich gegen negative Suggestionen aus dem Freundeskreis und aus der Verwandtschaft wehren zu müssen, hat meine Energien in den Jahren, in denen ich das Material für diesen Kursus zusammengetragen, geordnet, klassifiziert und erprobt habe, ziemlich strapaziert.

Diese persönlichen Einblicke sollen Ihnen vor Augen führen, dass man nur selten falls überhaupthoffen kann, sich der Arbeit zu widmen, zu der man sich berufen fühlt, ohne auf Hindernisse der unterschiedlichsten Art zu treffen. Im Allgemeinen ist das größte Hindernis, dass eine solche Arbeit zumindest am Anfang nicht die finanziell Bestentlohnteste ist.

Als Ausgleich für diesen Nachteil wird derjenige, der sich für diesen Weg entscheidet, jedoch meist mit zwei eindeutigen Vorteilen belohnt:

erstens: er findet in einer solchen Arbeit die größte aller Befriedigungen, nämlich das unbezahlbare Glück und

zweitens: seine finanzielle Entlohnung ist gesehen auf die Gesamtzeit seiner Bemühungen in der Regel größer. Der Grund hierfür ist, dass eine gerne getane Tätigkeit üblicherweise umfangreicher und qualitativ höherwertiger ist als eine nur für Geld verrichtete Arbeit.

Der peinlichste und unseligste Widerstand gegen mein Lebenswerk und ich sage dies ohne die Absicht einer Respektlosigkeit kam von meiner Frau. Dies mag erklären, wieso ich im Laufe dieses Kursus wiederholt darauf hingewiesen habe, dass die Ehefrau eines Mannes ihn entweder aufbauen oder vernichten kann, je nachdem, ob sie seine Arbeit unterstützt oder ob sie ihm die Unterstützung verweigert.

Wenn es nach meiner Frau gegangen wäre, hätte ich eine Festanstellung annehmen sollen, die mir ein geregeltes monatliches Einkommen sichern würde, da ich durch die wenigen Festanstellungen, die ich innehatte, bereits bewiesen hatte, dass ich durchaus in der Lage sei, ohne übermäßige Anstrengung ein Jahreseinkommen von $ 6.000,– bis $ 10.000,– zu verdienen.

Ich konnte meine Frau durchaus verstehen. Immerhin hatten wir kleine Kinder, die Kleidung und eine Ausbildung benötigten, und ein regelmäßiges Gehalt – selbst wenn es sich in einem bescheidenen Rahmen bewegen würde – schien somit ein gangbarer Weg zu sein.

Trotz dieser logischen Überlegungen entschied ich mich dazu, in diesem Fall nicht auf meine Frau zu hören. Ihre Familie und auch die meine stellten sich hinter sie und redeten eifrig auf mich ein. Andere Leute zu studieren möge bei einem Mann ja hinnehmbar zu sein, der genügend Zeit habe, um einem solch „unrentablen“ Zeitvertreib nachzugehen, aber ein verheirateter Mann mit Familie könne sich solchen Unfug doch wohl nicht leisten.

Aber ich blieb unnachgiebig. Ich hatte meine Entscheidung getroffen und war fest entschlossen, davon nicht abzurücken.

Das Familienkollektiv konnte meine Haltung zwar nicht verstehen, aber nach und nach löste sich der Widerstand auf. Das Wissen, dass meine Wahl zumindest zeitweilig Unruhe in die Familie gebracht hatte und auch die Tatsache, dass meine engsten Freunde und Verwandten nicht hinter meiner Entscheidung standen, erschwerte meine Arbeit allerdings beträchtlich.

Glücklicherweise waren nicht alle Freunde der Meinung, dass ich eine unkluge Wahl getroffen hätte.

Einige hielten den von mir eingeschlagenen Kurs nicht nur für richtig und waren der Meinung, dass diese Arbeit letztendlich ein sinnvolles Ergebnis zeitigen würde, sondern glaubten auch an meine Pläne und ermutigten mich von der Verwandtschaft nicht beirren zu lassen.

Zu dieser kleinen Gruppe Getreuer gehörte auch Edwin C. Barnes, damals Geschäftspartner von Thomas A. Edison.

Mr. Barnes interessierte sich vor beinahe zwanzig Jahren für die von mir gewählte Lebensarbeit und seinem unerschütterlichen Glauben an die Stichhaltigkeit der Erfolgsgesetze verdanke ich es, dass ich den Überredungsversuchen meiner übrigen Freunde nicht erlegen bin und nicht den Weg des geringsten Widerstands gewählt habe, der mir eine Festanstellung beschert hätte.

Dies hätte mir zwar einigen Kummer und eine nicht abreißende Kette von Nörgeleien und Kritik erspart, aber es hätte mir auch der Hoffnungen eines ganzen Lebens beraubt und letztendlich hätte ich sehr wahrscheinlich das Wichtigste überhaupt verloren das Glück! Denn ich bin in meiner Arbeit sehr glücklich gewesen, selbst in den Zeiten, in denen sie mir nicht nur keine finanzielle Anerkennung, sondern sogar Schulden gebracht hat.

Diese Ausführungen erklären vielleicht zum Teil zumindest warum ich in Lektion vier so nachdrücklich vor der Schuldenversklavung gewarnt habe und ein so großer Verfechter der Gewohnheit des Sparens bin. Edwin Barnes glaubte nicht nur an die Solidität der Erfolgsgesetze, sein eigener finanzieller Erfolg und seine enge geschäftliche Verbindung mit dem größten Erfinder auf Erden belegten, dass er sehr wohl kompetent war, sich in diesem Bereich zu äußern.

Ich begann meine Forschungsarbeiten in dem Glauben, dass jeder, der mit einer normalen Intelligenz und mit einem echten Erfolgswillen ausgestattet sei, Erfolg erreichen könne, indem er einige – mir unbekannte – Schritte befolge. Diese Schritte oder Vorgehensweisen sowie ihre Anwendung wollte ich herausfinden.

Mr. Barnes war derselben Auffassung. Darüber hinaus wusste er, dass die erstaunlichen Resultate seines Geschäftspartners, Mr. Edison, einzig und alleine aufgrund der Anwendung einiger Prinzipien zustande kamen, die später erprobt und zum Bestandteil dieser Philosophie gemacht wurden. Es hatte den Anschein, als ob Gelderwerb, Seelenfriede und Lebensglück aufgrund der Anwendung unwandelbarer Gesetze, die jeder beherrschen und umsetzen könne, möglich seien.

Diese Ansicht teilte auch ich. Diese Ansicht ist mittlerweile bewiesen worden und hat den Praxistest bestanden. Jeder Kursteilnehmer wird dies nach Abschluss dieses Kurses und nach Beherrschung dieser Lektionen selbst bestätigen können.

Bedenken Sie bitte, dass ich in all den Jahren, in denen ich meine Nachforschungen betrieb, das in der vorliegenden Lektion behandelte Gesetz der unverlangten Extraleistungen nicht nur anwandte, sondern sogar noch wesentlich weiterging, indem ich Arbeiten verrichtete, für die ich seinerzeit niemals erwarten konnte, dass ich jemals dafür bezahlt würde.

Nach jahrelangem Chaos, Gegnerschaft und Widerstand gegen diese Lebensphilosophie entstand schließlich dieser Kursus, er wurde in die Form eines Manuskripts gebracht und war für die Veröffentlichung fertig.

Dann geschah eine ganze Weile lang gar nichts.

Ich legte sozusagen eine schöpferische Pause ein, bevor ich mich dem nächsten Schritt widmete, bei dem es darum ging, diesen Kursus den Leuten vorzulegen, die ihn meiner Ansicht nach gerne annehmen würden.

„Gottes Wege sind unergründlich“.

Während meiner Anfangsjahre konnte ich mit diesem Satz nichts anfangen; meine Ansicht hat sich jedoch grundlegend verändert. Man bat mich, in Canton im Bundestaat Ohio einen Vortrag zu halten. Mein Auftritt war gebührend angekündigt worden und ich hatte allen Grund zur Annahme, dass ich vor einem großen Publikum sprechen würde. Da zur selben Zeit zwei weitere geschäftliche Veranstaltungen stattfanden, sah ich mich einer „Glückszahl“ gegenüber: Meine Zuhörerschaft bestand nur aus dreizehn Männern.

Ich war immer schon der Meinung gewesen, dass ein Mann sein Bestes geben soll, unabhängig davon, wie die Gegenleistung aussieht oder wie vielen Personen er seinen Dienst erbringt. Also sprach ich so, als ob der Saal bis zum Bersten voll sei. Irgendwie packte mich ein Grollgefühl, weil sich das Schicksalsrad gegen mich gedreht hatte und wenn ich je einen mitreißenden Vortrag gehalten habe, dann an diesem Abend.

Aber innerlich fühlte ich mich gescheitert.

Erst am nächsten Tag sollte ich erfahren, dass ich am Vorabend „Geschichte geschrieben“ hatte. An diesem Abend wurde der Grundstein für die Erfolgsgesetze gelegt. Einer der dreizehn Männer war der verstorbene Don R. Mellet, seinerzeit Herausgeber der Canton Daily News. In der Einführungslektion haben Sie bereits kurz mit diesem Herrn Bekanntschaft gemacht. Nachdem ich mit meinem Vortrag fertig war, schlich ich mich durch die Hintertüre hinaus und kehrte in mein Hotel zurück. Ich wollte den dreizehn Männern nicht am Ausgang begegnen.

Am nächsten Tag wurde ich in Mr. Melletts Büro gebeten. Da die Einladung von ihm kam, überließ ich das Reden zunächst ihm. Er fing etwa wie folgt an:

„Würde es Ihnen etwas ausmachen, mir Ihre gesamte Lebensgeschichte zu erzählen? Von der frühen Kindheit bis zur Gegenwart!“

Ich erwiderte, dass ich das gerne täte, wenn er sich der Mühe aussetzen wollte, mir solange zuzuhören. Bevor ich anfing, wies er mich darauf hin, dass ich unangenehme Erlebnisse nicht aussparen sollte.

„Werfen Sie alles in einen Topf“, sagte er „ich will einen Blick in Ihr Seelenleben werfen, aber nicht nur von der Sonnenseite, sondern von allen Seiten“.

Und so redete ich drei Stunden lang – und Mellet hörte zu!

Ich ließ nichts aus. Ich erzählte ihm von meinen Kämpfen, von meinen Fehlern, von meinen Versuchungen, es nicht so genau zu nehmen, wenn die Zeiten besonders hart waren und warum ich dann doch wieder rechtzeitig zur Besinnung kam, aber erst, nachdem mein Gewissen und ich einen längeren Kampf ausgefochten hatten.

Ich erzählte ihm, wie ich zur Idee der Erfolgsgesetze kam, wie ich die Daten zusammengetragen hatte, welche Tests ich durchgeführt hatte, welche Daten ich wieder verworfen hatte und welche Erkenntnisse ich aus allem gewonnen hatte.

Nach meinen langen Ausführungen sagte Mellet: „Ich möchte Ihnen eine sehr persönliche Frage stellen und ich hoffe, dass Sie mir offen antworten: Haben Sie bei all dieser Arbeit Geld verdient? Falls nicht, warum nicht?“

„Nein“, sagte ich „das Einzige, was ich angesammelt habe, ist Erfahrung und Wissen und ein paar Schulden. Der Grund ist schnell erklärt: Ich war diese ganzen Jahre über so beschäftigt damit, meine eigene Unkenntnis zu beseitigen, damit ich das Material, das in die Erfolgsgesetze eingeflossen ist, intelligent sammeln und ordnen konnte, dass ich weder die Gelegenheit noch die Neigung hatte, meine Bemühungen in Geld zu verwandeln“.

Zu meiner Überraschung ging sein ernster Gesichtsausdruck in ein Lächeln über, als er mir die Hand auf die Schulter legt und sagte:

„Ich kannte die Antwort bereits, bevor Sie sie aussprachen, aber Sie werden sich fragen, wieso. Sie wissen wahrscheinlich, dass Sie nicht der einzige Mann sind, der auf sofortige Bezahlung verzichten musste, um sich Wissen anzueignen, denn jeder Philosoph von Sokrates bis zur Gegenwart hat dieselbe Erfahrung gemacht“.

Diese Worte klangen wie Musik in meinen Ohren! Ich hatte einige der peinlichsten Bekenntnisse meines Lebens hinter mir, ich hatte meine Seele ausgebreitet, Niederlagen geschildert und zugegeben, dass ein Exponent der Erfolgsgesetze selbst eine nicht unbeträchtliche Reihe von Misserfolgen hinter sich hatte.

Das schien nicht zusammen zu passen. Ich fühlte mich dumm, beschämt und verlegen, als ich vor den durchdringlichen Augen dieses Mannes saß. Die Absurdität dieses Schauspiels fiel mir wie Schuppen vor den Augen

Die Erfolgsgesetze verfasst und verbreitet von einem Mann, der offenbar ein Versager war!

Dieser Gedanke durchzuckte mich wie ein Blitz und drängte mich dazu, ihn auszusprechen.

„Was reden Sie da?“ rief Mellett aus „ein Versager?“

„Sicherlich kennen Sie den Unterschied zwischen Versagen und zeitweiligen Rückschlägen“, fuhr er fort. „Ein Mann, der eine Idee hat, und erst recht nicht ein Mann, der eine ganze Philosophie erschafft, welche die Mühen ganzer Generationen, die noch nicht einmal geboren sind, lindert, kann kein Versager sein!“

Ich fing an mich zu fragen, was der Zweck dieses Gespräches sei. Meine erste Vermutung war, dass Mellett einige Fakten wollte, um die Erfolgsgesetze dann in seiner Zeitung zu Kleinholz zu machen. Vielleicht beruhte dieser Gedanke auf früheren Erfahrungen, die ich mit Zeitungsleuten gesammelt hatte. Einige hatten sich sehr feindlich gezeigt.

Jedenfalls lagen ihm die Fakten nun ungeschönt vor. Bevor ich Melletts Büro wieder verließ, waren wir Geschäftspartner geworden, wobei die Abmachung beinhaltete, dass er baldmöglichst als Herausgeber der Canton Daily News zurücktreten und meine gesamten Auftritte managen würde.

Ich fing dann zunächst an, für die Sonntagsbeilage der Canton Daily News eine Reihe von Beiträgen auf der Grundlage der Erfolgsgesetze zu verfassen. Einer dieser Beiträge (mit dem Titel „Versagen“ – dieser erscheint im Anhang zu Lektion 11) wurde von Richter Elbert H. Gary gelesen, der damals Aufsichtsratsvorsitzender der United States Steel Corporation war.

Dies führte zu einer Kontaktaufnahme zwischen Mellet und Richter Gary, was wiederum zur Folge hatte, dass der Richter den Kursus für die Beschäftigten der Steel Corporation erstand. Die Einzelheiten finden Sie in der Einführungslektion.

Das Blatt begann, sich zu wenden.

Die Saat, die ich über lange arbeitsintensive Jahre hinweg gesät hatte, indem ich mehr tat, als das, wofür ich bezahlt wurde, ging langsam auf. Trotz des bedauerlichen Umstandes, dass mein Geschäftspartner ermordet wurde, bevor unsere Pläne richtig anliefen und dass Richter Gary verstarb, bevor die Erfolgsgesetze in eine Form gebracht werden konnten, die seinen Anforderungen entsprochen hätten, wurde durch diesen Vortrag vor einem Häufchen Männer in Canton, Ohio, eine Ereigniskette ausgelöst, die nun ohne mein weiteres Zutun ständig neue positive Ergebnisse bringt.

Es ist kein Vertrauensbruch, wenn ich hier eine Reihe von Ereignissen aufführe, die zeigen, dass keine gern getane Arbeit umsonst ist und dass jeder, der mehr und bessere Leistungen erbringt als die, für die er bezahlt wird, früher oder später mit einem Vielfachen belohnt wird. Derzeit haben die folgenden wohlbekannten Unternehmen und Persönlichkeiten ihr Interesse geäußert, den Kursus über die Erfolgsgesetze nach der Drucklegung für ihre Beschäftigen zu erwerben:

Mr. Daniel Willard, Präsident der Baltimore & Ohio Railroad Company
Indian Refining Company
Standard Oil Company
New York Life Insurance Company
The Postal Telegraph Commercial-Cable Company
The Pierce-Arrow Motor Car Company
The Cadillac Motor Car Company
sowie weitere fünfzehn Unternehmen vergleichbarer Größe.

Darüber hinaus hat ein neugegründeter Jungmännerverein, ähnlich dem Y.M.C.A., einen Vertrag über die Verwendung der Erfolgsgesetze als Unterrichtungslektüre geschlossen. Man schätzt, dass in den nächsten zwei Jahren in dieser Philosophie über 100.000 Kurse abgehalten werden.

Neben diesen Vertriebskanälen hat sich die Ralston University Press aus Meriden, Connecticut, vertraglich verpflichtet, den Kursus in allen amerikanischen Bundesstaaten zu veröffentlichen und zu vertreiben. Wie viele Kurse dies im Einzelnen sein werden, lässt sich derzeit noch nicht absehen, dieser Universitätsverlag verfügt jedoch über eine Verteilerliste von circa 800.000 Personen, weshalb durchaus davon auszugehen ist, dass dieser Kursus in zehntausenden von Exemplaren in die Hände lernwilliger Personen gelangen wird.

Der Hinweis erübrigt sich vielleicht, aber ich möchte mit diesen Beispielen nur deutlich machen, wie das in der vorliegenden Lektion behandelte Gesetz, wonach Sie mehr tun sollten, als von Ihnen erwartet wird, im praktischen Geschäftsleben wirkt

Übersetzung: Benno Schmid-Wilhelm, Ciutadella, Spanien service@i-bux.com
Lektorat: Dieter Bösch, Ypané, Paraguay dHPbosch@hotmail.com


Soweit der Auszug aus der 9. Lektion
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